„Musik ist der Motor für unsere Projekte“

Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Peter Maffay

Frage: Der Begriff „Schutzräume“ spielt in der Stiftungsarbeit eine wichtige Rolle.
Was genau steckt dahinter?

Peter Maffay: Der Begriff ist sozusagen ein „magisches Wort“ in unserer Stiftungsarbeit. Wenn wir über unsere Einrichtungen, die Tabalugahäuser in Spanien, Rumänien oder Bayern, sprechen, reden wir inzwischen immer mehr von „Schutzräumen“ für Kinder, die bei uns wenigstens eine Zeit lang ihren schwierigen Lebensumständen entkommen können. Traumatisierte und benachteilige Kinder brauchen solche Orte, um sich zurückzuziehen, sich zu besinnen und Kräfte zu sammeln. Es gibt viele Arten von Schutzräumen: Familie, Schule, Sportvereine… Unsere Theorie dabei ist: Je kürzer die Abstände zwischen den einzelnen Schutzräumen sind, desto besser, denn umso leichter und ungefährlicher wird es, sich zwischen ihnen zu bewegen. Das Netz muss deshalb so eng wie möglich geknüpft werden. Deshalb freuen wir uns besonders, dass nun auch das Tabalugahaus auf Gut Dietlhofen fertiggestellt worden ist. Und natürlich hoffen wir, dass auch in Zukunft noch weitere Tabalugahäuser entstehen. Aber das kann nur gelingen, wenn wir Unterstützer finden, die bereit sind, in neue Schutzräume für Kinder zu investieren.

Frage: Wie kam es überhaupt zu dieser Vision der Schutzräume?

Peter Maffay: Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung. Wenn man über viele Jahre hinweg immer wieder auf großen Bühnen vor einer Menge Menschen spielt, entsteht aus diesem Dialog eine gewisse Verpflichtung. Am Anfang will man vielleicht nur in den Charts ganz oben stehen… aber irgendwann möchte man verstanden werden. Und gleichzeitig hat man das Bedürfnis, von den positiven Erfahrungen wieder etwas zurückzugeben. Außerdem ist Musik eine wunderbare Plattform der Vernetzung. Wir können auf diese Weise viele Menschen zusammenbringen, um Gutes für Kinder zu bewegen. Das ist ein Reichtum, aus dem man schöpfen muss. Beruflich gibt es für mich nichts Faszinierenderes als Musik, aber Musik ist in vielen Dingen auch Mittel zum Zweck. In unserem Fall ist sie der Motor für die Projekte unserer Stiftung.

Frage: Welche Kinder kommen in die Schutzräume und was ist ihr Hintergrund?

Peter Maffay: Unsere Stiftung kümmert sich um traumatisierte und benachteiligte Kinder und Jugendliche – beispielsweise Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen, die im Heim aufwachsen. Kinder, die Gewalterfahrungen haben, die ihre Eltern verloren haben oder die selbst schwer krank sind. Diesen Kindern möchten wir eine Auszeit von ihrem Alltagsleben ermöglichen.

Frage: Was wird in Zukunft wichtiger sein, die Musik oder die Stiftung?

Peter Maffay: Die Stiftung. Natürlich werde ich weiterhin Musik machen… ob auch noch in zehn Jahren, weiß ich nicht. Tabaluga ist hierbei ein ganz wichtiger Begriff, denn er steht für beide Bereiche: Tabaluga ist Musik, ganz klar. Musik, die sowohl unterschiedliche Altersgruppen als auch Liebhaber unterschiedlicher Musikstile anspricht. Aber Tabaluga ist auch ein Symbol für diejenigen Werte, die unserer Stiftung wichtig sind: Freundschaft, Toleranz, Gewissenhaftigkeit, Achtsamkeit und Verantwortung für unsere Umwelt und unsere Mitmenschen. Und nicht zuletzt ist Tabaluga auch finanziell gesehen ein wichtiger Pfeiler unserer Arbeit: Der Rückkauf der Rechte an der Figur Tabaluga und die Gründung der Tabaluga Enterprises GmbH im Jahr 2013 hatte in erster Linie den Zweck, die Projekte unserer Stiftung auf lange Sicht zu sichern – auch dann, wenn ich in Zukunft irgendwann einmal nicht mehr aktiv Musik machen werde.